Einmal abgesehen von Immobilienkrediten, so finanzieren etwa 38 Prozent aller Deutschen ihr Leben zumindest teilweise auf Pump. Die repräsentative Umfrage aus dem Oktober 2009 der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt deutlich, dass Dispositionskredite wie Ratenkredite für viele Bürger das gebotene Mittel sind. Zusammen, so die Deutsche Bundesbank, hätten diese Kredite ein Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro. Im Durchschnitt muss jeder Kreditnehmer etwa 250 Euro im Monat zurückzahlen.

Der am häufigsten in Anspruch genommen wird der sog. Dispositionskredit, als eine Überziehung des Kontos ins Negative. Da dies offenbar sehr einfach und ohne lästige Formulare und Erklärungen zu gehen scheint, ist der oft unbemerkte „Dispositionskredit“ die tatsächlich häufigste, Banken meinen, die beliebteste Kreditform. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung überziehen 16% der Bevölkerung ihr Konto und nutzen somit den Dispositionsrahmen.

Doch der Dispositionskredit ist auf Dauer einer der teuersten Kredite. Denn so werden schnell 10 und deutlich mehr Prozent an Überziehungszinsen fällig. Damit verdient die Bank sehr gut. Daher sind reine Guthabenkonten auch eher die Ausnahme. Wer sich beim Geldausgeben nicht unnötig in die Taschen greifen lassen will, muss daher auf jeden Fall die Unterschreitung des eigenen Kontos in den Dispositionskreditbereich meiden. Denn es gibt deutlich günstigere Kredite – auch wenn diese meist Vorleistungen, Begründungen und konkrete Sicherheiten erfordern.

Der Ratenkredit ist fast durchweg deutlich zinsgünstiger als der Dispositionskredit. Daher erfreut sich der Ratenkredit auch eines großen Zuwachses innerhalb der Kreditformen (2009 plus 3%). Bei einem Ratenkredit gehen die Konditionen bei verschiedenen Banken aber deutlich auseinander. So bleibt dem Kreditnehmer nichts anderes übrig, als sich gründlich vorzubereiten und mehrere vergleichende Angebote einzuholen.
 Aber aufgepasst: Fragen Sie ausschließlich “Konditionen” an, denn eine konkrete “Kreditanfrage” wird bereits das Scoring bei der Schufa für sie verschlechtern. Bei einer Anfrage sollte man nicht nur auf die Zinssätze achten, sondern auch die Möglichkeiten für Sondertilgungen, Ratenänderungen oder Widerrufsrechte mit einbeziehen. Auch sollte man einer Restschuldversicherung vorsichtig sein und deren Erfordernis genau hinterfragen, da diese den Ratenkredit meist deutlich verteuert.

Die Ausschöpfung eines Dispositionskreditrahmens ist in aller Regel nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn sie in Kürze einen größeren Geldbetrag erwarten, mit dem sie den „Dispo“ ablösen können, ohne für einen Ratenkredit noch unnötig Gebühren zahlen zu müssen und sich dann trotz des Guthabens festgelegt zu haben. Ist aber nicht erkennbar, dass sie in ansehbarer Zeit den „Dispokredit” durch Auffüllung ihres Kontos unbürokratisch ablösen können, dann sollten sie die Möglichkeiten eines Ratenkredits ernsthaft ins Auge fassen.

Was ist besser: Dispositions- oder Ratenkredit?

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