Skandal um Zwangsräumungen auf dem US-Häusermarkt

Auf dem US-Häusermarkt läuft offenbar manches schief. Banken sollen ohne die Einzelfälle näher zu prüfen Zwangsräumungen durchgesetzt haben. Nun schlägt der Skandal jetzt Wellen. Jetzt rufen Forderung nach einem kompletten Stopp der Zwangsvollstreckungen auf dem immer noch schwer angeschlagenen US-Häusermarkt scharfe Reaktionen hervor. Ein solcher Schritt hätte katastrophale Folgen und könnte Investoren in ungerechter Weise Verluste aufbürden, teilte der Wertpapier- und Investmentverband SIFMA unmissverständlich deutlich mit. Die jüngsten Fehler in Vollstreckungsverfahren müssten zwar beseitigt werden, doch würde der angeschlagenen Häusermarkt bei einem generellen Stopp weiter schaden nehmen und in der Folge auch die Erholung der Gesamtwirtschaft erschweren.

Einige Banken sollen laut Medienberichten das Zwangsvollstreckungsverfahren „mit fragwürdigen Mitteln unzulässig abgekürzt“ haben. Daraufhin hatten führende Kongressmitglieder der Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama die Institute aufgefordert, dem Beispiel der Bank of America zu folgen. Diese Bank hatte vorige Woche als erste US-Großbank Zwangsversteigerungen in allen 50 Bundesstaaten ausgesetzt.

Experten schätzen, dass in diesem Jahr in den USA bei insgesamt 1,2 Mio. Häusern eine Zwangsvollstreckung anstehe. In vielen Fällen hatten sich die Besitzer auf Hypotheken mit steigenden Zinsen eingelassen, die sie in der Finanzkrise nicht mehr erfüllen konnten. Die für europäischen Standard schlicht „fahrlässige Vergabe von Immobilienkrediten“ durch die US-Banken zählt zu den wesentlichen Auslösern der weltweiten Finanzkrise, die das globale Bankensystem in ihrem Verlauf an den Rand des totalen Zusammenbruchs geführt hatte.