Die katholische Pax-Bank wird doch wohl nicht das Geld ihrer Kunden in Atomkraftwerke oder Kinderarbeit investieren? Ein Werbevideo der Pax-Bank verspricht den Kunden, „auf Werte aus dem Bereich Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Pornografie, Militär und Nuklear“ verzichten zu wollen.

Solche Versprechen geben alle acht Kirchenbanken ab (fünf katholische, drei evangelische), die in Deutschland arbeiten. Bisher sind die christlichen Geldinstitute wenig bekannt, da sie auf ein dichtes Filialnetz verzichten. Doch wiesen alle zusammen Ende 2009 eine Bilanzsumme von rund 31 Milliarden Euro auf.

Die Geldhäuser werben mit einem “Ethik-Kodex”, mit “Nachhaltigkeitsfiltern” und mit Beiräten, in denen Kirchenprominente über die lauteren Geschäfte wachen. Und welcher Kunde wagt schon nicht daran zu glauben, wenn er einem Anlageberater gegenübersitzt, hinter dem an der Wand das Kreuz oder ein Heiligenbildchen hängt.

Pax-Bank beispielsweise verspricht ihren Kunden, das anvertraute Vermögen “ausschließlich im Sinne der katholischen Kirche” anzulegen: “Kapitalanlagen, die christliche Grundsätze verletzen, sind ausgeschlossen. Dafür stehen wir mit unserem Namen.”

Die Realität sieht freilich anders aus. In dem gemeinsam von der Pax-Bank und der Regensburger Liga Bank aufgelegten Fonds “Liga-Pax-Rent-Union” fanden sich in der Vergangenheit nicht nur Tabakwerte, sondern im jüngsten Halbjahresbericht auch die Finanzierungstochter der Uranfirma Urenco, die wegen Exporten nach Russland und einem Unfall in ihrer Urananreicherungsanlage in Gronau aufgefallen war.

Es ist kein Einzelfall. So bewirbt die Liga Bank auch den Fonds Unirak, dessen Rendite mit Tabak, mit Rüstungsfirmen wie der unter Korruptionsverdacht stehenden BAE Systems sowie – sehr unkatholisch – mit Aktien von Stada erzielt wurde, dem Hersteller der Verhütungspille Pink Luna. Die Regensburger Liga Bank legte für klerikalen Kunden den “Spezialfonds 125” auf, dessen Gelder u.a. in einen Lottosystemhersteller namens Intralot investiert, der weltweit im Glücksspielgeschäft tätig ist.

Katholische und evangelische Kirchenbanken: ethisch sauberen Geldanlagen?

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