Die Banken in Deutschland müssen zunächst keine rechtlichen Schritte wegen zu hoher Gebühren am Geldautomaten befürchten, die Kunden müssen aber weiterhin die hohen Gebühren berappen. Die Geldhäuser wehren sich gegen eine gesetzliche Obergrenze der Gebühren und wollen das Problem angeblich „marktwirtschaftlich“ lösen, also vorerst unter Ausschluss der Betroffenen.

Im Streit über zu hohe Automatengebühren für Geldabhebungen verzichtet das Bundeskartellamt vorläufig auf rechtliche Schritte. Zugleich hält das Amt aber seine Drohung aufrecht, Preismissbrauchsverfahren einzuleiten, sollten die Gebühren im kommenden Jahr nicht deutlich zurückgehen. Die im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) zusammengeschlossenen Verbände sperren sich gegen eine generelle Begrenzung der Automatengebühren. Stattdessen haben sie dem Kartellamt angeboten, die Kosten künftig am Automaten anzuzeigen.

Der ZKA begrüßte das Einlenken des Kartellamtes. Die Kunden hätten künftig die Wahl, die für sie günstigsten Geldautomaten zu benutzen. Diese „wettbewerbsorientierte Lösung“ werde schnell zu sinkenden Preisen führen.

Die Banken und Sparkassen feiten mit dem Amt seit Monaten über das Senkungsbegehren der Gebühren an den Geldautomaten. Es werden nämlich Kunden, die Geld an fremden Automaten abheben, häufig kräftig abgezogen. So verlangen einzelne Banken bis zu zehn Euro (!) für das sog. Fremdabheben. Im Durchschnitt müssten fremde Kunden 5,64 Euro zahlen, berichtete die “Financial Times Deutschland” unter Berufung auf die Frankfurter Finanzberatung FMH, also mehr als 5 Euro über den Selbstkosten. Ein einträgliches Geschäft, das sich die Banken durch das Kartellamt nicht kaputt machen lassen wollen. Die Kosten für die Bank pro Transaktion bezifferten Experten nämlich auf nur  0,63 Euro.

Kartellamt gibt Banken mehr Zeit für Gebührensenkungen

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