Die amerikanische Notenbank wird laut Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank, ein Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen mit einem Volumen von 600 Milliarden Dollar auflegen sowie bereits bestehende Programme verlängern. Verbilligte Kredite sollen der immer noch schwächelnden amerikanischen Wirtschaft zu stärkerem Wachstum verhelfen. Und das, obwohl die Zinsen in den Vereinigten Staaten ohnehin schon auf einem Rekordtief sind. Die erneute provozierte Geldschwämme, so viele Kritiker, werden wohl kaum ein geeignetes Mittel sein, um die US-Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Die Amerikaner seien mkehrheitlich damit beschäftigt ihre vor und durch die Finanzkrise angelaufenen Schulden abzutragen. Eine Bereitschaft zu investieren und zu konsumieren sei in den USA nach wie vor kaum erkennbar. Die Vereinigten Staaten, so Experten, bräuchten einfach mehr Zeit, um die Folgen der Krise zu überwinden.

Besonders deutliche Kritik äußert die deutsche Regierung. Angela Merkel beispielsweise hat durch ihren stellvertretenden Regierungssprecher, Christoph Steegmans, verlautbaren lassen, dass man sich im Sommer im Rahmen der G20 auf einen wirtschaftsfreundlichen Defizitabbau geeinigt hätte und sich die Haltung der Regierung in diesem Punkt nicht geändert habe.

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) äußerte seine Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen der US-Notenbank: „Ich sehe das mit Sorge. Es reicht nicht, allein das Wasser hinzustellen. Die Pferde müssen auch saufen.“

Der Bundesfinanzminister, Wolfgang Schäuble, meinte sogar sagen zu müssen, er habe den Eindruck, dass die USA ratlos seien. „Es ist doch nicht ein Mangel an Liquidität, der die amerikanischen Probleme beschreibt“, sagte er in Berlin. Weitere 600 Milliarden Dollar in Umlauf zu bringen, werde kaum die amerikanischen Probleme lösen können.

Hintergrund der harschen Kritik ist sicherlich die Sorge, dass sich die amerikanische Geldpolitik negativ auf die gerade gut in Gang gekommene Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auswirken könne, wenn damit verbunden der Dollar-Kurs weiter absinke.

Geldpolitik Amerikas wird von Politikern wie Ökonomen in Deutschland scharf kritisiert.

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