Ein Freistellungsauftrag von Kapitalerträge ist ein Auftrag, den ein Steuerpflichtiger an seine Bank gibt, anfallende Zinseinnahmen von Spar- und Anlagekonten von der Automatik des Abgeltungssteuerabzugs frei zu stellen. Wird kein solcher Auftrag erteilt oder gehen die Zinserträge über den Freibetrag hinaus, führt das Kreditinstitut von den Zinsen grundsätzlich 30 Prozent als Einkommensteuer an das Finanzamt ab. Konten oder Depot von der Freistellung auszuschließen, ist nicht möglich.

Anleger, die ihr Geld auf verschiedene Kreditinstitute verteilt haben, können mehrere Freistellungsaufträge erteilen – allerdings dürfen sie in der Summe die gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen nicht überschreiten, denn das Bundesamt für Finanzen prüft dies auch stichprobenartig. Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, dem Bundeszentralamt für Steuern die Höhe der tatsächlich freigestellten Kapitalerträge zu melden. Damit erfährt die Finanzverwaltung indirekt die Höhe der im Rahmen des Freistellungsauftrages ausgezahlten Kapitalertragsobergrenzen.

Die Aufteilung der Freistellungsaufträge sollte möglichst genau den anfallenden Zinsen entsprechen. Hat der Anleger jedoch gleich hohe Zinserträge aus mehreren Konten, die allesamt den Freibetrag übersteigen, ist es unter den Strich gleich, wie er diesen auf den verschiedenen Konten aufteilt.

Ehepaare sollten darauf achten, dass sie bei jedem Kreditinstitut einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen, sofern sie gemeinsam steuerlich veranlagt werden.

Jeder Freistellungsauftrag kann unbefristet oder vorab auf einen bestimmten Zeitraum befristet erteilt werden. Ein bereits erteilter Freistellungsauftrag kann nur durch die Erteilung eines aktuelleren Auftrags geändert oder gelöscht werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass bei Löschung eines kompletten Kontos, auch zusätzlich einen separaten Auftrag zur Löschung des Freistellungsauftrags gestellt werden muss.

Was viele vergessen und teuer zu stehen kommen kann, ist die Tatsache, dass bei Heirat, Trennung oder Scheidung alle bisherigen Freistellungsaufträge ihre Gültigkeit verlieren, auch wenn man alleiniger Vertragsinhaber ist! In dieser Situation muss man in jedem Falle neue Freistellungsaufträge einrichten. Auch ist zu beachten, dass ein gestellter Freistellungsauftrag auch ungültig wird, wenn man seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt und nicht mehr der unbeschränkten deutschen Einkommensteuerpflicht unterliegt.

Betrug der Freibetrag vor dem 1. 1. 2007 für Alleinstehende noch 1.421 Euro und für Verheiratete 2.842 Euro, so beträgt er seitdem nur noch 801 Euro für Alleinstehende sowie 1.602 Euro für Verheiratete. Jedes Jahr erhalten Sparer von ihren Banken, Kreditinstituten und Fondsgesellschaften Zinsmitteilungen bzw. Fondsabrechnungen.

Zinsen und Dividenden werden von den Finanzbehörden mit der Höhe des persönlichen Steuersatzes veranlagt.

Freistellungsauftrag nicht vergessen!

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