Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hält das sog. „Entgelt für die Unterrichtung über eine berechtigte Ablehnung im Einzugsermächtigungs- und Abbuchungsverfahren“ per schlichten Brief von fünf Euro oder mehr nicht nur für zu teuer, sondern auch für gesetzwidrig. Gegen eine Sparkasse geht die Organisation deswegen gerichtlich vor. Diese Gebühr ist nur eines von vielen Beispielen für die gnadenlose Abzocke von Girokonto-Inhabern. Es gibt jede Menge versteckte Gebühren, die der Verbraucher nicht sieht.

Dabei scheint die Situation in Deutschland auf den ersten Blick traumhaft. Banken bieten nicht nur kostenlose Girokonten an, sondern schenken Neukunden bei der Eröffnung sogar noch Geld. Doch muss sich ein solches Günstig-Konto nicht unbedingt lohnen, denn woanders langen die Banken dann umso kräftiger zu.

Viel Ärger gab es zuletzt etwa um die Gebühren fürs Geldabheben an fremden Bankautomaten. Die Kosten für die Banken liegen jedoch laut Bundeskartellamt nur im zweistelligen Centbereich. Auch verlangt ein Großteil der deutschen Banken wahre Unsummen für die Inanspruchnahme des Dispos mit bis zu 16,99 Prozent.

Die EU-Kommission kam zu dem ernüchternde Ergebnis: Zwei Drittel der angefragten Banken stellten zunächst nur vollkommen ungenügende Informationen zur Verfügung. Die oft reichlich undurchsichtigen Geschäftspraktiken vieler Banken haben auch zu starken nationalen Unterschieden geführt. So zahlen Bankkunden in Italien oder Spanien je nach Verhaltensweise dreimal so viel für ihr Konto wie die in Deutschland.

Bei der BEUC glaubt man, dass neue Gesetze die einzige Möglichkeit sind, die Probleme in der Branche zu lösen. Selbstregulierungsversuche hätten schon in der Vergangenheit nicht viel gebracht. Deutsche Verbraucherschützer sehen das ähnlich. Die Geldinstitute haben einen “nicht zu unterschätzenden Einfallsreichtum “, wenn es darum geht, ihre Gebühren zu verschleiern.

Europas Banken kassieren ihre Kunden ab

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