Bereits im kommenden Jahr 22stellige Kontonummern?

Im aktuellen Zahlungsverkehr gibt es neben der bekannten Kontonummer und Bankleitzahl für inländische Überweisungen bereits die IBAN und BIC. Diese internationale Kontonummer bzw. Bankleitzahl wird benötigt, um Überweisungen von Deutschland aus in andere Länder zu transferieren. Gleichzeitig haben auch alle deutschen Bankkunden eine IBAN und BIC, welche auf den Kontoauszügen vermerkt ist. Erwartet man eine Zahlung aus dem Ausland, wird die eigene IBAN und BIC benötigt, mit der die Zahlung eindeutig zugewiesen und auch vom Ausland problemlos nach Deutschland transferiert werden kann.

Bislang gibt es also zwei Varianten und Kontonummern, die man entweder für inländische oder ausländische Überweisungen von und auf das Girokonto benötigt. Die Europäische Union möchte nun eine einheitliche Regelung, bei der nur noch die internationale Bankverbindung verwendet werden soll. Der Ansatz einheitliche Standards zu verwenden ist prinzipiell sehr gut. Allerdings hätte dies zur Folge, dass 22stellige Kontonummern im Zahlungsverkehr der zukünftige Standard sind. Eine solche lange Zahlenkette ist nicht nur unpraktisch, sondern extrem schwer zu merken und unnötig kompliziert im täglichen Gebrauch. Es scheint, als habe man es bei der EU übertrieben bzw. nicht alle Vorteile und Nachteile genau geprüft.

Im normalen Zahlungsverkehr überwiesen nach wie vor die inländischen Überweisungen. Wenn hierfür nun 22stellige Kontonummern nötig würden, bedeutet dies einen erheblichen Kosten- und Verwaltungsaufwand. Millionen von Privat- und Firmenkonten müssten umgestellt werden. Zudem müssen bei neuen Kontonummern unzählige Personen und Firmen über die neuen einheitlichen Kontonummern unterrichtet werden. Diese Problematik hat man offenbar auch bei den Banken, Sparkassen und dem Finanzministerium erkannt. Das Ziel der EU bis 2011 eine einheitliche Regelung durchzusetzen scheint völlig am Markt vorbei. Deshalb plädiert man zumindest in Deutschland dafür, die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen weiterhin zu verwenden. Sollten sich die 22stlligen einheitlichen Kontonummern durchsetzen, könnte man diese zumindest für eine lange Übergangszeit parallel nutzen.