Die deutschen Landesbanken werden wohl oder übel fusionieren müssen: Die BayernLB hat Finanzkreisen zufolge die WestLB im Blick. Die Kontakte seien ergebnisoffen, hieß es aus wohl unterrichteten Kreisen. Der WestLB-Aufsichtsrat wollte noch am Montag über das Gesprächsangebot aus München beraten.

Ob es aber zu einer Fusion mit der zweitgrößten Landesbank, der BayernLB, kommt, ist alles andere als sicher. Aus den einschlägigen Kreisen ist zu hören, unter den öffentlich-rechtlichen Instituten würden auch Szenarien für ein Zusammenschluss von WestLB, Helaba und Landesbank Berlin durchgespielt.

Bei der seit Jahren schwächelnden WestLB wird die Zeit knapp. Die Eigentümer müssen bald eine Lösung finden. Bis zum Jahresende 2011 muss auf Druck der EU-Kommission ein neuer Besitzer her. Sparkassenverbände und Landesregierung in NRW setzen dabei auf eine Lösung im Lager der Landesbanken.

Der BayernLB-Verwaltungsrat habe bei einer Sitzung am vergangenen Donnerstag dem Vorstand grünes Licht für Gespräche mit der WestLB gegeben, hieß es weiter. Erste Kontakte soll BayernLB-Chef Gerd Häusler schon aufgenommen haben. Wie die WestLB steht jedoch auch die BayernLB unter Druck und hat eigentlich kaum finanziellen Spielraum. Die Finanzkrise haben die Münchner nur dank einer 10 Mrd. Euro Finanzspritze des Landes überstanden. Die WestLB dagegen überlebte durch milliardenschwere Garantien ihrer Eigner. Sie hat zudem Risiko-Papiere mit einem Volumen von rund 77 Mrd. Euro in eine Bad Bank ausgegliedert. Noch im September soll der Startschuss für den Eigentümerwechsel bei der WestLB-Kernbank fallen.

BayernLB will WestLB schlucken

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