„Basel III” bedeutet unter dem Strich: schärferen Eigenkapitalregeln für die deutschen Banken und damit deutlich weniger und teurere Kredite. Die zehn größten unter ihnen benötigen nach Schätzungen ihres Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) mehr als 100 Mrd. Euro zusätzliches Kapital, um der verschärften Regulierung gerecht werden zu können. So viel Kapital müssten die Banken aufnehmen, um eine Kernkapitalquote (Core Tier 1) von acht Prozent zu erreichen.

Am 7.9.2010 will der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die neuen Kapitalregeln weiter festzurren, die Staats- und Regierungschefs sollen dann im November die strengeren Regeln abnicken. Neben höheren Kapitalquoten werden im Ausschuss auch strengere Liquiditätsvorschriften und Verschuldungsregeln diskutiert. Bei der Sitzung am Dienstag wollen sich die Bankaufseher auf wichtige Eckpunkte verständigen – beispielsweise wie hoch die künftige Mindestquote beim Eigenkapital sein soll, welche Rolle alternative Kapitalformen spielen und über welche Zeiträume neue Regeln umgesetzt werden müssen. Fest steht bislang nur, dass die Banken ihre Geschäfte künftig mit mehr Kapital unterlegen sollen.

Bereits im Juli hatte sich abgezeichnet, dass Deutschland mit seinen Vorbehalten allein dasteht. Stille Einlagen sind ein typisch deutsches Finanzierungsinstrument. Werden sie nicht mehr zum Kernkapital gerechnet, müssen viele deutsche Banken ihre Kapitaldecke aufpolstern. Vor allem Landesbanken könnten Probleme bekommen. Laut dem Verband öffentlicher Banken bestehen bislang ein Viertel bis ein Drittel des Kapitals von Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privatbanken und Landesbanken aus Stillen Einlagen, zusammen etwa 50 Mrd. Euro.

Auf die Schnelle werden die Institute für diese Form der Einlagen nach Ansicht von Experten keinen Ersatz finden. Vor allem Landesbanken ohne Zugang zum Kapitalmarkt drohen unter die Mindestkapitalquoten zu fallen. Sie könnten dann nur noch die Kreditvergabe drosseln. Dann würden wiederum den deutschen Unternehmen und Kommunen 300 bis 300 Mrd. Euro an Krediten fehlen.

„Basel III“ bedeutet 300 bis 300 Mrd. Euro weniger Kredite für Unternehmen und Kommunen

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